Orchester Santa Maria

Porträt

Im vielfältigen musikalischen Leben der Region Luzern spielt das Orchester Santa Maria eine eigene und besondere Rolle. Engagierte Streicherinnen und Streicher, denen die Musik Leidenschaft geworden ist, wollen sich in der wöchentlichen und z.T. auch intensiveren projektbezogenen Orchesterarbeit überdurchschnittlichen Ansprüchen stellen. Dies gilt für die ca. 25 Mitglieder – die meisten davon Amateurmusiker – gleichermassen wie für die Musikstudenten und Berufsmusiker, die ihre Erfahrung und ihr musikalisches Können in der Probenarbeit gerne einbringen. Die Konzertmeisterin und Stimmführer sowie Bläser sind Profis aus der Region. Letztere werden nach Bedarf gegen Ende eines Projekts beigezogen.

kkl 2015

 

Das Orchester veranstaltet jährlich zwei bis drei eigene Konzerte. Es pflegt eine breite Palette der musikalischen Literatur, vom Barock bis zur Moderne, und tritt sowohl als Streich- oder Kammerensemble wie auch in grosser Sinfoniebesetzung auf. Bekannte Orchesterwerke haben dabei ebenso einen Platz wie unbekannte Trouvaillen. Das Orchester bietet dabei sowohl jungen Solisten (aus der Region) wie auch bekannten Grössen ihres Faches eine musikalische Plattform. Die Zusammenarbeit mit hiesigen und auswärtigen Chören stellt einen zusätzlichen festen Bestandteil im Konzertleben des Orchesters Santa Maria dar. 

Das Orchester blickt bereits auf 30 Jahre Vereinsleben zurück. 1985 ging es dem noch kleinen Ensemble vor allem um die Pflege der Kirchenmusik in der Pfarrkirche Santa Maria in Emmenbrücke. Bald aber kamen weltliche Werke hinzu, und als Howard Griffiths, damals Bratschist der Festival Strings Lucerne, erster ständiger Dirigent wurde, entwickelte sich das Orchester zu dem, was es heute ist: einem eigenständigen Orchester mit innerem Feuer, das klassische Musik auf hohem Niveau darbietet.

1996 wurde Howard Griffiths Chefdirigent des Zürcher Kammerorchesters. Das Orchester Santa Maria wählte mit Gloria Isabel Ramos Triano eine Nachfolgerin, welche die Orchesterarbeit erfolgreich weiterführte, dabei ihre eigenen Schwerpunkte setzte und mit ihrem spanischen Temperament und ihrer hohen Musikalität zusammen mit dem Orchester das Musikleben der Region Luzern neu zu bereichern wusste. Nachdem sie im Jahr 2001 Chefdirigentin des Sinfonieorchesters Córdoba geworden war, wählte das Orchester den in Kriens wohnhaften Dieter Lange zum neuen ständigen Dirigenten. Das Orchester profitierte von seinen genauen musikalischen Ideen, seiner reichen Erfahrung als Musiker am Opernhaus Zürich sowie seinem Willen, Spielerinnen und Spieler wie auch das Publikum für Musik abseits der allgemeinen Pfade zu begeistern. Ihm verdankt das Orchester auch Kontakte zur Luzerner Musikhochschule, wodurch es z.B. bereits mehrmals an den Luzerner Mozarttagen mitwirken konnte.

Die Zusammenarbeit mit Gastdirigenten aus dem In- und Ausland sorgt für die nötige Flexibilität des Orchesters und stellt immer wieder eine neue und geschätzte Herausforderung für die Orchestermusikerinnen und -musiker dar. Bereits viermal reiste das Orchester Santa Maria für Konzerte ins Ausland. 1986 spielte es in der Konzertkirche St.John's Smith Square in London und 1989 trat es auf Einladung einer Konzertagentur Mallorcas auf Mallorca und Menorca auf. Diese beiden Tourneen leitete Howard Griffiths. Im Jahr 1999 gab das Orchester unter Gloria Isabel Ramos Triano im Rahmen des "Festival de Música de Canarias" auf sechs der Kanarischen Inseln insgesamt sieben Konzerte. Besonders spannend war die Aufführung verschiedener Werke (Sinfonien und Konzertstücke) des 1851 verstorbenen kanarischen Komponisten Carlos Guigou y Pujol.

Dabei entstand im Rahmen eines musikwissenschaftlichen Projektes der Universität Tenerife eine CD-Aufnahme. Im Herbst 2004 gastierte das Orchester schliesslich unter der Leitung von Dieter Lange in Griechenland.